Großes Interesse an Ausstellung über russisch-ukrainischen Konflikt
Viele Besucher waren jetzt (Dienstag, 19.06.) bei der Ausstellungseröffnung „Art@War: Eindrücke und Erfahrungen von verschiedenen Seiten der Frontlinie“ in Siegen dabei. In der Ausstellung geht es um den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der erst vor wenigen Wochen noch einmal aufgeflammt ist. „Für uns ist es wichtig, diese Ausstellung zu machen, weil die Menschen in Deutschland zu wenig von diesem Krieg mitbekommen“, sagte Prof. Dr. Volker Wulf, Dekan der Fakultät III der Siegener Uni. Sein Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien veranstaltet die Ausstellung zusammen mit dem Internationalen Institut für Sozio-Informatik (IISI).
Hintergrund ist ein Projekt von Prof. Dr. Volker Wulf, der im russisch-ukrainischen Grenzgebiet zusammen mit der dänischen Wissenschaftlerin Irina Shklovski erforscht hat, wie die Menschen im Krieg dort Technik benutzen. „Die Verletzungen sind auf beiden Seiten der Frontlinie“, sagte Wulf. Bei seiner Arbeit hat er auch mehrere Künstler kennengelernt und diese zu einer Ausstellung nach Deutschland eingeladen.
In der Galerie 42 werden noch bis zum 26. Juni Fotos, Gemälde und Installationen von den vier ukrainischen Künstlern zu sehen sein. „Es ist sehr wichtig für uns, zu wissen, dass wir nicht allein sind“, sagte Künstlerin Oksana Stomina bei der Eröffnung. Im Obergeschoss der Ausstellungsräume haben sie zum Beispiel ein Minenfeld nachempfunden. Besucher können sich über Holzstäbe und Schnüre hinweg vorsichtig in den nächsten Ausstellungsraum begeben.
An einer Wand sind Alltagsgegenstände wie Hosen und einzelne Schuhe aufgehängt, sie bilden das Wort „War“. Sie sollen symbolisieren, dass im Krieg Menschen sterben, ihre Sachen aber zurückbleiben. Im Erdgeschoss wird anhand einer Bilderserie gezeigt, wie die Stadt Mariupol im ukrainisch-russischen Grenzgebiet sich durch den Krieg verändert hat. „Die Kinder und Erwachsenen dort können die verschiedenen Geschütze schon am Geräusch erkennen“, berichtete Künstlerin Oksana Stomina bei einer Führung durch die Räume. Sie hat auch einen Gedichtband zur Ausstellung geschaffen, der auf deutsch und englisch übersetzt wurde und in der Galerie ausliegt.
K42 Galerie
Kölner Straße 42
57072 Siegen
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